Auf einen Blick

  • Wassermenge: 2–3 Kellen à 100–150 ml, im Abstand von 1–2 Minuten
  • Duft: 10–15 Tropfen ätherisches Öl auf 1 Liter Wasser – nie pur auf die Steine
  • Wassertemperatur: kalt bis lauwarm, nicht heiß
  • Dauer: 8–12 Minuten inklusive Wedeln
  • Danach: zügig raus, abkühlen, ruhen

Was beim Aufguss eigentlich passiert

Beim Aufguss gießt du Wasser über die 200 bis 300 °C heißen Saunasteine. Das Wasser verdampft schlagartig, die Luftfeuchtigkeit in der Kabine springt für wenige Minuten von rund 10 auf 25 bis 30 Prozent.

Die Lufttemperatur selbst steigt dabei kaum – trotzdem fühlt es sich sofort viel heißer an. Der Grund: Feuchte Luft überträgt Wärme deutlich besser als trockene, und der Schweiß auf deiner Haut kann nicht mehr verdunsten. Genau dieser Hitzeschub ist der Reiz, der Kreislauf und Immunsystem trainiert.

Wichtig zu wissen: Der Effekt hält nur wenige Minuten an. Danach sinkt die Feuchtigkeit wieder – deshalb ist der Aufguss ein kurzer Höhepunkt und keine Dauerbeschallung.

Der Ablauf in drei Phasen

1

Vorbereiten

Wasser mischen, Tür zu, alle sitzen

1 Min.
2

Aufgießen

2–3 Kellen langsam über die Steine

2–3 Min.
3

Wedeln

Dampf verteilen, Hitze nach unten holen

5–8 Min.

Phase 1: Vorbereiten

Mische das Aufgusswasser im Kübel: einen Liter Wasser, dazu 10 bis 15 Tropfen ätherisches Öl oder ein bis zwei Esslöffel fertiges Aufgusskonzentrat. Gut umrühren, damit sich das Öl verteilt.

Vor dem Aufguss sollte die Tür geschlossen bleiben und alle Gäste sitzen. In der öffentlichen Sauna gilt: Wer zu spät kommt, wartet draußen – der Aufguss wird nicht unterbrochen.

Phase 2: Aufgießen

Gieße das Wasser langsam und in kreisenden Bewegungen über die Steine, nicht als Schwall an eine Stelle. So verdampft es gleichmäßig und die Steine kühlen nicht punktuell aus.

Zwei bis drei Kellen genügen, mit ein bis zwei Minuten Pause dazwischen. Nach jeder Kelle steigt die gefühlte Hitze noch einmal spürbar an.

⚠️ Der häufigste Fehler: zu viel Wasser

Mehr Wasser bedeutet nicht mehr Wirkung. Wer den halben Kübel auf einmal draufkippt, kühlt die Steine aus, produziert nassen statt heißen Dampf und riskiert bei Elektroöfen Schäden an den Heizstäben. Bleib bei 2–3 Kellen.

Phase 3: Wedeln

Der Dampf sammelt sich zunächst unter der Decke. Beim Wedeln verteilst du ihn mit einem Handtuch im Raum und holst die heiße Luftschicht nach unten zu den Gästen. Erst dadurch wird aus dem Aufguss ein Erlebnis.

Drei gängige Techniken:

Üblich sind zwei bis drei Wedelrunden, dazwischen kurze Pausen. Wer nicht mehr mag, verlässt einfach die Kabine – das ist kein Regelverstoß.

Wie viel Wasser? Die Richtwerte

KabinengrößeWasser gesamtKellenÖl auf 1 l Wasser
Heimsauna (2–3 Personen)0,2–0,3 l28–10 Tropfen
Heimsauna (4–6 Personen)0,3–0,5 l2–310–15 Tropfen
Öffentliche Sauna0,5–1,5 l3–5nach Konzentrat-Angabe

Faustregel für zuhause: Eine handelsübliche Holzkelle fasst etwa 100 bis 150 ml. Zwei davon reichen in einer normalen Heimsauna vollkommen aus.

Welches Öl darf in den Aufguss?

Grundsätzlich eignen sich naturreine ätherische Öle und fertige Aufgusskonzentrate. Konzentrate sind bereits richtig verdünnt und für die Sauna zugelassen – für Einsteiger die sichere Wahl.

⚠️ Niemals Öl pur auf die Steine

Ätherische Öle sind brennbar. Auf 200–300 °C heißen Steinen können sie sich entzünden oder verpuffen. Öl gehört immer zuerst ins Wasser – nie direkt auf den Ofen, nie in den Verdampfer eines Kombiofens, wenn der Hersteller es nicht ausdrücklich erlaubt.

Beliebte Klassiker und ihre Wirkung:

DuftWirkungPasst zu
Eukalyptusbefreit die AtemwegeErkältungszeit, Winter
Pfefferminzkühlt, macht wachSommer, Morgensauna
Lavendelberuhigt, entspanntAbendsauna
Zirbe / Fichteerdend, waldigganzjährig
Orange / Zitronehebt die Stimmungganzjährig
Zimt / Nelkewärmend, würzigAdvent – sparsam dosieren

Über 15 fertige Mischungen mit genauen Mengenangaben findest du in unseren Aufguss-Rezepten zum Selbermachen.

Aufguss in der eigenen Sauna

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✓ Tipp für Einsteiger

Fang mit einer einzigen Kelle und wenig Öl an. Du kannst jederzeit nachlegen – aber einen zu intensiven Aufguss bekommst du nicht mehr aus der Kabine. Wie dein erster Saunabesuch abläuft, steht in Das erste Mal in der Sauna.

Wann im Saunagang wird aufgegossen?

In der öffentlichen Sauna startet der Aufguss zu festen Zeiten, meist alle 30 bis 60 Minuten. Du setzt dich vorher hin und bleibst bis zum Ende – Rein und Raus während des Aufgusses stört die anderen und lässt die Hitze entweichen.

Zuhause gießt du am besten gegen Ende des Saunagangs auf: erst fünf bis acht Minuten trocken schwitzen, dann der Aufguss, dann raus. So endet der Gang mit dem Höhepunkt und du gehst mit maximalem Wärmereiz in die Abkühlung.

Ein Aufguss pro Saunagang genügt. Den kompletten Ablauf mit Abkühl- und Ruhephase findest du in unserer Anleitung zum richtigen Saunieren.

Diese Fehler solltest du vermeiden

Mehr davon in unserem Artikel über die 10 häufigsten Fehler beim Saunieren.

Häufige Fragen zum Saunaaufguss

Wie viel Wasser braucht ein Saunaaufguss?

Rechne mit etwa 100–150 ml pro Kelle und 2–3 Kellen pro Aufguss – insgesamt also rund 0,3 bis 0,5 Liter. Mehr bringt keinen stärkeren Effekt, sondern kühlt die Steine aus und kann den Ofen beschädigen.

Darf man ätherisches Öl direkt auf die Saunasteine geben?

Nein, niemals. Reines ätherisches Öl ist brennbar und kann sich auf 200–300 °C heißen Steinen entzünden. Öl gehört immer erst ins Wasser im Aufgusskübel: 10–15 Tropfen auf einen Liter.

Warme oder kalte Aufgüsse – welches Wasser ist richtig?

Kaltes bis lauwarmes Wasser ist üblich und erzeugt schlagartig Dampf. Eiskaltes Wasser belastet die Steine durch den Temperaturschock stärker, heißes Wasser bringt keinen Vorteil. Zimmertemperatur ist ein guter Kompromiss.

Wie oft darf man während eines Saunagangs aufgießen?

Ein Aufguss pro Saunagang genügt. Er dauert mit Wedeln etwa 8–12 Minuten und wird meist gegen Ende des Gangs gestartet. Mehrere Aufgüsse hintereinander belasten den Kreislauf unnötig.

Kann man in einer Infrarotkabine einen Aufguss machen?

Nein. Eine Infrarotkabine hat keinen Ofen mit Saunasteinen und arbeitet mit deutlich niedrigeren Temperaturen. Wasser oder Öl in der Kabine würde die Technik beschädigen. Duft geht dort nur über einen separaten Diffusor.

Warum fühlt sich die Sauna nach dem Aufguss heißer an?

Die Temperatur steigt kaum – die Luftfeuchtigkeit schon. Feuchte Luft überträgt Wärme besser, und der Schweiß auf der Haut kann nicht mehr verdunsten. Dadurch fühlen sich 90 °C nach dem Aufguss deutlich heißer an als davor.